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Wolfgang Walker (Institutsleitung)

Ausgangspunkt des NLP war die Frage, was herausragende Psychotherapeuten von anderen unterscheidet. Ziel der NLP-Entwickler war es, deren Leistungen für andere lehr- und lernbar zu machen.

Die ursprüngliche Fragestellung wurde später auf andere Bereiche menschlicher Spitzenleistungen übertragen. In der Folge trat die therapeutische Forschung zunehmend in den Hintergrund. Seit 1990 wurden im Rahmen des NLP daher kaum grundlegend neue Erkenntnisse für das Gebiet therapeutischer Veränderungsarbeit erarbeitet und weitervermittelt.

Wir haben uns daher die Aufgabe gestellt, diese Forschungstradition fortzusetzen. Im Rahmen des „International Laboratory For Mental Space Research“ (ILMSR) – eines im Jahr 2003 von Lucas Derks (NL), Wolfgang Walker (D) und Prof. Dr. Walter Oetsch (A) gegründeten internationalen Forschernetzwerks – steht NLP Berlin-Brandenburg für die innovative Anwendung grundlegender NLP-Prinzipien auf therapeutische Fragestellungen und Veränderungsarbeit.

Eine Sammlung deutsch- und englischsprachiger Publikationen sowie Videos zur Arbeit am Laboratorium finden Sie hier... .

Ein Interview mit Wolfgang Walker zur Grundhaltung und Positionierung des Instituts finden Sie hier … .

 

▼ Videos ▼

Wolfgang Walker, Gründer und Ausbildungsleiter des Instituts „NLP Berlin-Brandenburg“

über

„NLP und die Struktur emotionaler Prozesse“

Um die Leistungen herausragender Psychotherapeuten reproduzierbar zu machen, wählten Bandler und Grinder den Weg, (non)verbale Verhaltensstrategien zu modellieren. Menschenbild und psychodynamisches Grundverständnis der Vorbilder wurden getilgt. Stattdessen wurde NLP als ein nur lose durch „nützliche Vorannahmen“ verknüpftes Set an ressourcenstärkenden „Tools“ konzipiert.

Die zentrale Rolle der Emotionsregulation für Wahrnehmung, Informationsverarbeitung, Erleben und Verhalten wurde im klassischen NLP daher ebensowenig verstanden wie NLP-spezifische Methoden zur Diagnostik und Veränderung unbewußter emotionssteuernder Prozesse bereitgestellt wurden.

Langjährige klinische Erfahrungen mit psychiatrisierter Klientel ergab, daß die bloße Stärkung von Bewältigungsstrategien nicht zur Auflösung der Störungsbilder führt. Hierfür ist ein NLP-spezifisches Verständnis psychodynamischer Prozesse vonnöten. Damit läßt sich ein Großteil „psychischer Störungen“ im Rahmen von Modellen verstehen, die auch das „normale“ Erleben und Verhalten plausibel abbilden. Daraus wiederum können stringent Veränderungsmethoden abgeleitet werden. In dem theorieorientierten Vortrag werden grundlegende Überlegungen hierzu vorgestellt.

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„NLP und Psychotherapie“

Wolfgang Walker beschreibt in seinem NLP-Standardwerk „Abenteuer Kommunikation. Bateson, Perls, Satir, Erickson und die Anfänge des Neurolinguistischen Programmierens (NLP)“ die Entstehungsgeschichte des NLP. In dem Interview spricht Walker über Grenzen des heutigen NLP und spannende Neuentwicklungen am „International Laboratory For Mental Space Research“ (ILMSR)

Interview, Teil 1

Verglichen mit den Anfängen macht das heute unterrichtete und praktizierte NLP nur wenig Gebrauch von den Möglichkeiten, die das NLP – verstanden als Forschungsdisziplin – für das Feld der Psychotherapie und Psychiatrie bietet. Wirkliche Innovationen sind rar. Dabei können psychotherapeutische Arbeit und Coaching mit NLP heute im Rahmen eines erweiterten Paradigmas betrieben werden. Unbewusste Repräsentationsstrukturen im „mentalen Raum“ (mental space) sind eine nachweisbare psychische Realität, die neue Möglichkeiten eröffnen. Bekanntestes Beispiel hierfür ist das „Soziale Panorama“ – ein funktional abgrenzbares psychisches System, das der niederländische NLP-Forscher Lucas Derks im Rahmen seines „Population modelling“-Projekts zur Repräsentation sozialer Beziehungen entdeckte. Walker spricht über die Implikationen diese Modells für die therapeutische Theorie und Praxis und stellt auch erste Ergebnisse seiner „Symptom-modelling“-Projekte vor.

Interview, Teil 2

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„NLP – Coaching und Zeitlinienstrukturen“

Sind Menschen nicht in der Lage, ihre Wünsche aktiv umzusetzen, so können Fehlgeformtheiten der „Zeitlinienstruktur“ vorliegen. Mehrjährige Forschungen zur Struktur des „mentalen Raumes“ ergaben, dass Motivationsprobleme, Schwierigkeiten zielbewusst zu handeln und mangelnde Begeisterungsfähigkeit für eigene Ziele systematisch mit strukturellen Mustern der räumlichen Zeitrepräsentation korrelieren. Gelingt es, diese aufzudecken und zu verändern, steht einer Umsetzung ökologischer Zielsetzungen meist nichts mehr im Wege.

Die Präsentation gibt Einblicke in praxisrelevante Forschungsergebnisse, die im Rahmen des ‚International Laboratory for Mental Space Research‘ (ILMSR) erarbeitet wurden. Die Aktivitäten und Publikationen des Labors befassen sich mit der Anwendung der „Theorie des mentalen Raumes“ auf Fragestellungen des Neurolinguistischen Programmierens (NLP), der Psychotherapie, der Psychiatrie, der Kulturgeschichte, der Politik und der Ökonomie.

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„NLP und Modeling“

John Grinders Definition des NLP als „Modelling of Excellence“ beinhaltet stark einschränkende Vorannahmen, die das NLP wertvoller Potentiale berauben. Dabei bezieht sich der Begriff des „Modelling“ auf einen — im heutigen NLP ohnehin kaum praktizierten — Forschungsprozeß: Man eignet sich zunächst Verhaltenskompetenzen von Spitzenperformern an, um diese dann strukturell auf „Unterschiede, die den Unterschied“ zu Durchschnittsperformern machen, zu reduzieren. Im Kern werden Informationen also nach Unterschieden zwischen Menschen sortiert. Die einseitige Fokussierung auf „persönliche Exzellenz“ kann dabei als willkürliche Werteentscheidung der NLP-Begründer betrachtet werden. Doch ist diese Entscheidung tatsächlich konstitutiv für das NLP? Beruht das Verbindende nicht vielmehr auf der Arbeit mit sensorischen Repräsentationen?

Lucas Derks‘ bahnbrechende Anwendung des NLP auf grundlegende Fragen der Sozialpsychologie — das „Soziale Panorama“ — zeigt eindrucksvoll, daß „Modelling“ auch grundlegend anders betrieben werden kann. Derks‘ Ansatz des „Population Modelling“ stellte die über Individuen hinweg gemeinsamen Muster in den Vordergrund. Daraus ergaben sich vollkommen neue Möglichkeiten für Diagnostik und Veränderungsarbeit. Wolfgang Walker untersucht in Fortführung dieses Ansatzes seit mehr als 10 Jahren die konstituierenden Komponenten einer Reihe schwerwiegender klinischer Symptome. Einige — insbesondere für therapeutisch arbeitende NLPler – bedeutsame Ergebnisse dieser Forschungen stehen im Mittelpunkt dieser Präsentation.

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„Zeitlinienstrukturen und Psychiatrie“ (englisch)

In dem Video erläutert Walker die Rolle der unbewußten Zeitrepräsentation im mentalen Raum, die einer Reihe psychiatrischer Störungsbilder zugrundeliegt. Am Beispiel eines depressiven Klienten zeigt Walker auf, weshalb sowohl kognitive Behandlungsansätze als auch das ressource- und zielorientierte Vorgehen des klassischen NLP in solchen Fällen notwendigerweise an eine Grenze stoßen müssen.

Die Arbeit mit dysfunktionalen „Zeitlinienstrukturen“ ergab sich aus der Notwendigkeit, wirksame Möglichkeiten zur Behandlung sog. “Residualstörungen” zu finden, die typischerweise nach depressiven Episoden und psychotischen Schüben zu beobachten sind.

Dabei handelt es sich um unspezifische Symtombilder, die – in individuell unterschiedlicher Ausprägung – von einem veränderten Zeiterleben, einer allgemeinen Müdigkeit und Erschöpfbarkeit, Antriebslosigkeit, vermehrter Ängstlichkeit sowie verringerter Belastbarkeit gegenüber Anforderungen gekennzeichnet sind. Auch die Fähigkeiten, sich zu motivieren, sich Ziele zu setzen, strukturiert zu planen, eigene Gefühle wahrzunehmen oder sich – umgekehrt – von diesen zu distanzieren ist deutlich eingeschränkt.

Infolge dieser Funktionseinschränkungen und der damit einhergehenden Chronifizierungstendenzen werden häufig langfristige und kostspielige Hilfen für die Betroffenen etabliert, die darauf abzielen, diese basalen psychischen Funktionen durch externe professionelle Helfer zu substituieren.

Der Wissensfundus des NLP bot neue Ansatzpunke, diese Phänomene zu verstehen und praktische Behandlungsmethoden daraus abzuleiten. Bereits Mitte der 80er Jahre hatten Steve und Connirae Andreas, bedeutende NLP-Entwickler der ersten Generation, sog. “Zeitlinien (time-lines)” in ihrem Einfluß auf das subjektive Erleben erforscht. (Näheres hierzu finden Sie hier …)

Es lag also nahe, das Phänomen der “Residualstörungen” auf dieser Basis zu erkunden (symptom modeling). (Einen Vortrag zu diesem  Thema finden Sie hier …) Dabei zeigte sich, daß die individuellen Ausprägungen dieser Symptomatiken sehr eng mit bestimmten Strukturmustern der individuellen Zeitrepräsentation korrelieren.

Korrigiert man diese, so kommt es sehr häufig zu einer deutlichen Verbesserung der entsprechenden Symptomatik. Eine Verringerung des Hilfebedarfs wird möglich.